Mammographie Screening

Die qualitätsgesicherte Mammographie

Experte für Prävention 10 min.

Das Mammographie-Screening-Programm dient der Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die keine Symptome haben. Die Mammographie selbst bezeichnet eine spezielle Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust, die Tumore schon in einem sehr frühen Stadium aufspüren kann. Oft können dadurch Tumore entdeckt werden, die noch nicht ertastet werden konnten. Die Mammographie stellt daher die beste Methode der medizinischen Brustkrebsfrüherkennung dar und ist weltweit die anerkannteste Screeningmethode.

Warum Mammographie?

Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser ist die Heilungschance. Es gibt keine bessere medizinische Methode als die Mammographie. Daher ist sie die ideale Brustkrebsfrüherkennung. Aufgrund des gesetzlichen Mammographie-Screening-Programms kann jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren aller zwei Jahre sich kostenlos untersuchen lassen. Diese Möglichkeit sollte man auf alle Fälle nutzen, um einen eventuellen Brustkrebs schon in einem frühen Stadium zu erkennen und damit die beste Chance auf Heilung zu haben.

Gesetzliche Früherkennung

Im Juni 2002 beschloss die Bundesregierung einstimmig die Einführung des Mammographie-Screenings. Zwischen 50 und 69 Jahren besteht ein Anspruch auf eine alle zwei Jahre stattfindende Röntgenuntersuchung des Brustbereiches, die Mammographie. Dazu bekommt man kurz nach dem 50. Geburtstag eine schriftliche Einladung zur Untersuchung in einem dafür zertifizierten Zentrum.

Das heißt aber nicht, dass es nicht sinnvoll ist, schon vorher zur Mammographie zu gehen. Wie nachfolgendes Schaubild zeigt:

Rein statistisch gesehen steigt die Anzahl der an Brustkrebs erkrankten Frauen ab dem 50. Lebensjahr rapide an. Daher wurde auch dieses Alter als Untergrenze für die stattliche Früherkennung gewählt. Um aber Tumoren schon in einem Stadium zu entdecken, wo sie sehr gut heilbar sind (95% der kleinen Tumoren sind heute heilbar), ist es sinnvoll, schon früher zur Mammographie zu gehen. Stellt man während der regelmäßigen Selbstuntersuchung zu Hause eine ungewohnte Veränderungen fest, sollte man einen Frauenarzt aufsuchen. Dieser wird bei Bedarf einen Mammographie veranlassen, und zwar egal in welchem Alter..

Wie funktioniert die Mammographie?

Die Röntgenstrahlen treffen auf die weibliche Brust. Da Röntgenstrahlen elektromagnetische Strahlen sind, werden sie beim Durchdringen des Gewebes unterschiedlich gedämpft. Das hat zur Folge, dass weiches Gewebe wie Fett besser durchdrungen wird als festes, wie bei Tumoren. Das Ergebnis stellt sich im Bild wiefolgt dar: Fettgewebe wird eher dunkel, also weniger reflektierend dargestellt, Tumorherde eher hell, also stark reflektierend. Hellere Verschattungen können daher auf dem Röntgenbild auf einen Tumor hindeuten, aber auch auf andere feste Strukturen wie Minikalk. Daher erfolgt die Auswertung der Befunde von zwei unabhängig voneinander arbeitenden Ärzten.

Ablauf der Mammographie

Befundung: Die Patientin wird vor ein Röntgengerät gestellt. Die Brüste werden unter eine Kompressionsplatte vorsichtig eingeklemmt. (Achtung: Das sollte nicht weh tun!) Nun werden zwei Aufnahmen angefertigt, eine von oben, eine schräg seitlich. Die gewonnenen Bilder werden nun von zwei unabhängigen Ärzten befundet.

Abklärung: Bei unklarem Befund findet eine Befundkonferenz statt, wo die Bilder diskutiert werden. Manchmal ist eine Zweitaufnahme in der Mammographie notwendig. Zusätzlich können weitere diagnostische Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung und eine Gewebeprobe ratsam sein.

Diagnose Brustkrebs: Falls Brustkrebs diagnostiziert wird, wird die Patientin meistens an ein zertifiziertes Brustzentrum überwiesen, wo nun eine interdisziplinäre Therapieplanung stattfindet (Tumorboard).

Warum ist die Mammographie eine so hochwertige Untersuchungsmethode?

  • Alle Geräte in Deutschland haben hohe Sicherheits- und Qualitätsstandards, die regelmäßig überprüft werden.
  • Jeder Erst- und Zweitbefund erfolgt nach dem Vier-Augen-Prinzip. Zwei unabhängige Ärzte mit mindestens 5.000 Befunduntersuchungen pro Jahr analysieren das Ergebnis.

Gehen Sie zur Mammographie!

Es gibt auch Vorbehalte gegen die Mammographie, die oft Angst machen, dass man auch Sachen sieht und befundet, die kein Krebs sind und entsprechend therapiert. Aber dieser Verdacht ist unnötig. Denn alle Befunde werden mehrfach überprüft, von unabhängigen Spezialisten analysiert und mit weiteren Verfahren genau untersucht. Ablagerungen von Mikrokalk und gutartige Knötchen werden genauso richtig erkannt wie bösartige Tumoren. Eine Krebstherapie erfolgt nur dann, wenn der Tumor genau analysiert und der Krebs diagnostiziert ist.

  • Bei den kleinsten Veränderungen wird nochmals geröntgt und bei Bedarf ein Ultraschall gemacht.
  • Falls sich der Verdacht erhärtet wird nun das Brustgewebe direkt untersucht. Dabei wird unter einer örtlichen Betäubung eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen.

Arten der Mammographie

Es gibt drei verschiedene Fälle für die Diagnose durch die Mammographie:

Früherkennung

gesetzliche Brustkrebsfrüherkennung durch Mammographie-Screening:

  • für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren
  • ohne Verdacht auf Brustkrebs
  • keine Behandlung wegen einer früheren oder aktuellen Krebserkrankung
  • ≥12 Monate nach der letzten Mammographie
    kostenlos und ohne Überweisung möglich

Nachuntersuchung

Überweisung zur Früherkennung bei erhöhten Risiken außerhalb der Screenings-Altersgruppe (50-69 Jahre):

  • Brustkrebsvorerkrankung
  • genetische Prädisposition (Brustkrebsfälle in der Familie)
  • Nachweis des „Brustkrebses“, BRCA 1 oder BRCA 2
  • überproportional dichtes Gewebe (mind. 75% im Mammogramm)

Therapie

kurative Mammographie bei klinischen Befund solider Knoten oder Verdichtungen

Digitale Mammographie

Immer mehr kommt auch die digitale Mammographie zum Einsatz. Die Röntgenbilder werden dabei digital gespeichert und können auf einem Bildschirm betrachtet und auch nachbearbeitet werden. Dadurch kann man noch genauer und feinere Auflösungen erreichen, die frühe Krebsstadien besser erkennen lassen.

Familiäres Krebsrisiko

Bei einer familiären Häufigkeit von Brustkrebs empfiehlt sich die intensivierte Früherkennung. Aber auch gutartige Veränderungen ein Anzeichen für ein erhöhtes Risiko sein, dass diese Veränderungen entarten. Weitere Risiken bestehen beispielsweise nach erfolgten Hormon- bzw. Strahlentherapien.

Generell gilt aber, dass man sehr viel selbst für die Früherkennung tun kann und sich regelmäßig abtasten sollte. Werden Unregelmäßigkeiten oder Änderungen entdeckt, sollte man umgehend einen Frauenarzt aufsuchen.

Sonderfall Brustimplantate

Experte für Behandlung
Experte für Behandlung

Grundsätzlich gelten keine besonderen Einschränkungen bei einer Röntgenuntersuchung für Frauen mit Brustimplantaten. Dennoch kann es sein, dass die Implantate die Bildgebung etwas beeinträchtigen und das Gewebe verdunkeln. Es kann daher vorkommen, dass zusätzliche Röntgenaufnahmen notwendig werden. Auch das durch die Implantierung entstehende Narbengewebe kann eine Quetschung nur bedingt oder nicht zulassen. Daher ist es wichtig, im Vorhinein mit dem behandelt über die Implantate zu sprechen.

Mutmacher

Die Untersuchungsergebnisse sprechen für sich: Von 1.000 untersuchten Frauen müssen nach dem ersten Screening nur 30 zu einer erneuten Untersuchung. Und von diesen 30 Frauen muss nur bei 12 von ihnen eine weiterführende Biopsie durchgeführt werden. Und selbst von diesen 12 Frauen wird nur bei 8 von ihnen wirklich Brustkrebs diagnostiziert. Und bei diesen 8 von 1.000 Frauen ist es entscheidend, wie klein der Tumor ist. Denn je früher ein Tumor identifiziert wird, desto höher ist die Heilungschance. Deswegen sollte man unbedingt die gesetzliche Krebsfrüherkennung nutzen und regelmäßig zur Mammographie gehen.

Letzte Aktualisierung: 24. Januar 2019

Quellen

Bildmaterial: Die Urheber sind jeweils an den jeweiligen Abbildungen namentlich genannt. Für Abbildungen einer Artikelvorschau finden sie die Urheber im jeweiligen Artikel. Weitere Angaben zu unseren Bildquellen finden sie im Impressum. Alle Abbildungen unterliegen dem Urheberrecht des jeweiligen Urhebers und sind durch Copyright geschützt.

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