Prävention

MammaCare für zu Hause

Selbstuntersuchung der Brust

Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Viele Krebserkrankungen können nur schwer diagnostiziert werden. Nicht so bei Brustkrebs. Durch das regelmäßige Abtasten der Brust können frühzeitig Veränderungen wahrgenommen werden, die beim Arzt abgeklärt werden. Durch die regelmäßige Brustselbstuntersuchung kann man schon Tumore im Millimeterbereich erkennen. Und das kann Leben retten, weil 95% der Patienten mit kleinen Tumoren geheilt werden können.

Brustselbstuntersuchung als Früherkennung

Als Krebsfrüherkennung spielt das Abtasten der Brust eine wichtige Rolle. Empfehlenswert ist eine monatliche Wiederholung nach der Periode. Alle Veränderungen, die Sie wahrnehmen, sollten aber unbedingt mit einem Arzt besprochen werden. Denn sie weisen nur in den seltensten Fällen auf bösartige Erkrankungen hin.

WANN sollten Sie Ihre Brüste untersuchen

  • ab dem 20. Lebensjahr
  • 1 x im Monat (am Ende der Periodenblutung)
  • bei fehlender Regelblutung oder Hormoneinnahme in den Wechseljahren: zu einem festgelegten Termin alle vier bis fünf Wochen

Ein guter Tag, um Ihre Brüste zu untersuchen, ist eine bis eineinhalb Wochen nach dem Beginn Ihrer Menstruation. Nach dem Klimakterium ist ein feststehender Tag im Monat sinnvoll.

WIE sollten Sie Ihre Brüste untersuchen?

Nehmen Sie sich 20 Minuten Zeit und gehen Sie immer nach einem festen Muster vor. Sie sollten immer Ihre Brüste sowohl betrachten als auch befühlen. Nur so können Sie alle Änderungen auch wirklich wahrnehmen.

Erster Teil der Untersuchung: Betrachten Sie Ihre Brüste!

Zweiter Teil der Untersuchung: Fühlen Sie Ihre Brüste!

Betrachten Sie Ihre Brüste!

Stellen Sie sich ruhig und entspannt vor einen Spiegel. Ihr Oberkörper sollte frei sein:

  • Strecken Sie Ihre Arme über den Kopf, als wenn Sie sehr hoch hängende Äpfel pflücken wollten. Betrachten Sie aufmerksam Ihre Brüste, ob sich dabei etwas verändert.
  • Nun legen Sie Ihre Hände an die Hüften und stützen Sie Ihre Arme in die Taille. Danach betrachten Sie aufmerksam Ihre Brüste, ob sich dadurch etwas verändert.
  • Beugen Sie sich vor und betrachten Sie Ihre hängenden Brüste im Spiegel. Hier fallen ungewöhnliche Größenunterschiede besser auf.

Worauf sollten Sie rein äußerlich achten?

  • Gibt es Änderungen in der Größe oder Form?
  • Bemerken Sie sich verändernde Hautstellen wie eingezogene gewölbte Hautbereiche?
  • Haben sich Ihre Brustwarzen irgendwie verändert? Sind sie größer oder kleiner geworden? Haben sie eine andere Farbe bekommen?

Fühlen Sie Ihre Brüste!

Um die Brüste systematisch abzutasten, sollte man nach einem Schema vorgehen, welches die ganze Brust erfasst. Weiterhin ist der Druck entscheidend, den man ausübt.

Wie man richtig tastet:

Dazu nehmen Sie Ihre Hand und tasten systematisch von unten nach oben und von rechts nach links jeden einzelnen Bereich Ihre Brüste ab. Achten Sie dabei auf Schwellungen, Dellen oder Verknotungen.

Nehmen Sie die Fingerflächen der 3 mittleren Finger und nicht die Kuppen, da sie sensitiver reagieren. Bewegen Sie Ihre Finger brustabwärts und umkreisen sie die Brustspitze (von ca. 10 Cent-Stück-Größe). Gehen Sie dabei geordnet nach einem imaginären Netz vor. Wie in der Grafik dargestellt, bewegen Sie dabei Ihre Fingerflächen kreisförmig über die verschiedenen Felder des “Schachbretts”.

Wie man den richtigen Druck ausübt:

Bauen Sie vorsichtig während der Bewegung Druck auf. Ertasten Sie dabei spiralförmig immer tiefer liegende Gewebeschichten. Erhöhen Sie den Druck nach jeder Kreisbewegung wie in der Grafik dargestellt. Drücken Sie nicht unnötig, nehmen sie die Hautschichten leicht in die Fingerkuppen und verschieben sie miteinander. So kann man auch kleinste Knötchen entdecken. Je länger sie das regelmäßig machen, desto sensibler werden sie Veränderungen erkennen.

Wie man die Brustwarze untersucht:

Nachdem Sie die Brüste untersucht haben, nehmen Sie nun Ihre Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger und rollen Sie diese etwas hin und her. Ziehen sie auch vorsichtig daran. Falls Flüssigkeit austreten sollte, ist es wichtig, dem Arzt genau deren Farbe und Konsistenz schildern zu können.

Wie man die seitliche Brust und die Lymphknoten untersucht:

Wenn Sie mit der Untersuchung der Brüste fertig sind, legen Sie sich wie gezeigt hin und untersuchen Sie den Bereich der Achselhöhlen.

Fühlen Sie nach einem festen Klumpen oder Verdickungsbereich, der anders ist als der Rest des Brustgewebes. Wenn Sie nicht sicher sind, was Sie normal sein sollte, fragen Sie bitte Ihren Arzt.

Worauf sollten Sie beim Tasten achten?

  • ertastete Knötchen, Schwellungen oder Dellen
  • Verfestigungen im Bereich der Achselhöhlen
  • Ausfluss von Flüssigkeit beim Zusammenpressen der Brustwarzen

Die Größe der Tumoren

Auf diesem Bild sehen Sie die entdeckten Tumorgrößen:

  • Der reine Zufallsbefund ist der mit Abstand größte Tumor. (36 mm, so groß wie ein Tischtennisball)
  • Durch eine unregelmäßige Brustabtastuntersuchung ist es bereits möglich, auch 25 mm große Tumoren (Kirsche) zu entdecken.
  • Bei einer monatlichen herkömmlichen Brustabtastuntersuchung können bis 20 mm große Tumore (Erbse) aufgespürt werden.
  • Bei einer klinischen Brustuntersuchung können bis zu 10 mm große Tumoren (Perle) gefunden werden.
  • Erfolgt diese von einem erfahrenen und MammaCare-ausgebildeten Arzt, können selbst kleine Tumore von 5 mm (Reiskorn) erkannt werden.
  • Aber die kleinsten Tumorgröße (3 mm, so groß wie ein Stecknadelkopf) können nur Sie allein durch eine geschulte MammaCare-Untersuchung finden.

Denn diese geschulte und sensible Brustselbstuntersuchung stellt den entscheidenden Unterschied dar. Das liegt auch daran, dass Sie über einen längeren Zeitraum der regelmäßigen Brustabtastuntersuchung eine imaginäre Landkarte Ihrer Brust aufbauen. Sie kennen den Aufbau, die Besonderheiten und auch die Änderungen am besten und können nun schon kleinste Knötchen und Verfestigungen erspüren.

Was sollte man bei Veränderungen tun?

Die regelmäßige Kontrolle seiner Brüste führt dazu, dass man eventuelle Veränderungen sehr schnell wahrnimmt, aber eventuell auch aus Angst überinterpretiert. Daher ist es sinnvoll, sich an seinen Frauenarzt zu wenden.

Brüste haben natürliche Verknotungen. Jede Brust ist anders. Daher ist es wichtig, regelmäßig seine Brüste zu untersuchen, damit frühzeitig Veränderungen auffallen. Je früher, desto größer die Heilungschance. 
Nehmen Sie sich einmal im Monat diese halbe Stunde Zeit. Denn kein Arzt kennt Ihre Brust so gut wie Sie selbst. Sie werden im Laufe der Zeit eine imaginäre Landkarte Ihrer Brust im Kopf haben. Sie wissen genau, wo sich wie die Brust anfühlen sollte und wo nicht. Bald werden sie kleinste Änderungen ertasten können. 95% dieser kleinen Tumore können geheilt werden. Die Brustabtastuntersuchung zu Hause kann Leben retten.

Letzte Aktualisierung: 11. Oktober 2019

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Titelbild: Yurii Maslak / Shutterstock