Behandlung

Die Behandlung von Brustkrebs

Bei mir wurde Brustkrebs diagnostiziert – wie geht es jetzt weiter?

Ihr Ansprechpartner bleibt Ihr vertrauter behandelnder Gynäkologe. Es kann aber auch der niedergelassene Onkologe oder der Hausarzt sein. Sie entscheiden, wer Ihr zentraler Ansprechpartner für alle Entscheidungen wird. In Zukunft stellt er die notwendigen Überweisungen an eine Klinik oder andere Fachärzte aus. Er ist auch derjenige, der alle Befunde und Laborbilder bekommt und sammelt. 

Wie verbindlich ist die Therapieempfehlung der Ärzte?

Jedes Ergebnis und jede Therapieempfehlung ist das, was es ist, eine Empfehlung. Mehr nicht, aber weniger auch nicht. Sie haben nicht nur die freie Arztwahl, sondern entscheiden auch über jede Therapie. Dennoch ist die Empfehlung einer Tumorkonferenz die bestmögliche für Ihre Krankheit. Mehrere Fachärzte beraten gemeinsam über Ihre Diagnose und sehen sich dabei Ihre Befunde, Bilder und Proben an. Die Therapieempfehlung ist also immer das Ergebnis von vielen sich beratenden Experten. 

Wie finde ich die geeignete Klinik für meine Therapie?

Da Krebs keine Notfall-Erkrankung mit sofortigem Handlungsbedarf. Nehmen Sie sich Zeit, eine geeignete Klinik oder ein zertifiziertes Zentrum für Ihre Therapie zu suchen. Mithilfe Ihres Arztes finden Sie die richtige Einrichtung. Denn neben der Qualität und Ausstattung ist auch die Entfernung und die Erfahrung der behandelnden Ärzte von großer Bedeutung. Ein Vorteil zertifizierter Brustkrebszentren oder größerer Kliniken ist die Teilnahme an verschiedenen Studien, die vielleicht auch in Ihrem Falle in Frage kommt. Besprechen Sie auch diese Möglichkeit mit Ihrem Arzt.

Welche Therapiearten sind bei einer Brustkrebsbehandlung üblich?

Es gibt die unterschiedlichsten Behandlungsansätze. Zu den systemischen, also den ganzen Körper betreffenden Therapien zählen die Chemotherapie, die Anti-Hormontherapie und die zielgerichteten Therapien. Zu den lokal wirkenden Therapien zählen alle Arten von Operationen und die Strahlentherapie.

In der Tumorkonferenz wurde für Sie eine Therapieempfehlung erarbeitet, die abhängig von der Größe und Charakter Ihres Tumors ist:

Der Tumor ist lokal begrenzt

Bei lokalen und relativ früh erkannten Tumoren ist die häufigste Behandlungsart die Operation. Hierbei wird je nach Tumorgröße der Tumor sowie die Lymphknoten der Achselhöhlen entfernt. Manchmal ist eine teilweise oder vollständige Brustabnahme (Mastektomie) erforderlich. Nach diesem Eingriff wird oft noch eine nachträgliche Strahlentherapie eingesetzt, um eventuelle Tumorreste zu zerstören.

Der Tumor ist fortgeschritten

Anders verhält es sich, wenn eine vollständige operative Entfernung nicht realistisch erscheint. Zusätzlich zum Eingriff helfen sogenannte zielgerichtete Therapien. Das sind Therapien, wo spezielle Eiweiße sich an empfindliche Stellen des Tumors (Rezeptoren) binden und ihn so inaktivieren. Um solche Eiweiße zu produzieren, muss man vorher genau wissen, wie Ihre Krebszellen aussehen und wirken. Dafür wird ein genomischer Test durchgeführt, der aussagt wie aggressiv Ihre Krebszellen sind und welche Hochrisikogene Sie in sich tragen.

Weitere Therapien sind Chemotherapie, Strahlentherapie und Anti-Hormontherapie. Das Ziel ist immer, in Kombination mit der Operation den Körper von Krebs zu heilen.

Es gibt bereits Metastasen

Hier spielt die Operation nur noch eine untergeordnete Rolle. Dennoch kann es sein, dass es sich manchmal als sinnvoll und möglich erweist, operativ Metastasen zu entfernen. Viel wichtiger ist hier jedoch eine Anti-Hormontherapie, die zum Ziel hat, die Östrogenausschüttung zu minimieren. Dadurch wird die Neuproduktion von Tumorzellen zumindest gedämmt. Weitere Therapien sind Chemotherapie und zielgerichtete Therapie.

Das Ziel ist hier nicht mehr die vollständige Heilung, sondern die Stabilisierung und Erhaltung der Lebensqualität. In einer fortgeschrittenen Erkrankungsphase ist neben der Krebstherapie vor allem das Schmerz- und Nebenwirkungsmanagement wichtig. 

Was kann ich selber tun, um meine Behandlung zu unterstützen?

Bei jedem Behandlungsschritt werden Ihnen die Ärzte genau erklären, was Sie selbst machen und erwarten können. Das betrifft nicht nur den Behandlungserfolg, sondern auch die zu erwartenden Nebenwirkungen. Einige Ratschläge wird auch Ihre Ernährung betreffen. Denn diese kann eine wichtige Rolle in Ihrer Therapie spielen.

Essen Sie viel Obst und Gemüse, aber essen Sie vor allem ausreichend, auch wenn Sie keinen Appetit haben. Ihr Körper braucht während der Therapie sehr viel Energie. Und auch, wenn es Ihnen schwerfallen sollte, bewegen Sie sich so viel wie möglich draußen. Denn die Kombination von frischer Luft und Bewegung ist nicht nur verdauungsfördernd und appetitanregend, sondern sie tut auch der Psyche gut, die durch eine Krebserkrankung stark belastet wird.

Bei einer Krebsdiagnose fällt es sehr schwer, aufmunternde oder mutmachende Tipps anzunehmen. Der Schock sitzt meist tief. Viele Patientinnen igeln sich ein, eine soziale Isolation ist die Folge. Aber denken Sie daran: Sie haben zwischen Diagnose und Therapie genügend Zeit, sichgezielt eine Klinik oder ein zertifiziertes Brustzentrum zu suchen. Kommunizieren Sie Ihre Krankheit Ihren Angehörigen, Ihrem Betrieb und Ihrem sozialen Umfeld. Sie werden viel Unterstützung und Hilfe erfahren. Für jede Therapie ist das Vertrauen in die behandelnden Ärzte und in die Unterstützung Ihrer Umgebung sehr wichtig. Falls Sie der Diagnose nicht trauen, nutzen Sie das Recht auf eine Zweitmeinung, sei es bei einem anderen Onkologen oder durch eine Tumorkonferenz einer anderen Klinik.

Bildmaterial: Die Urheber sind jeweils an den jeweiligen Abbildungen namentlich genannt. Für Abbildungen einer Artikelvorschau finden sie die Urheber im jeweiligen Artikel. Weitere Angaben zu unseren Bildquellen finden sie im Impressum. Alle Abbildungen unterliegen dem Urheberrecht des jeweiligen Urhebers und sind durch Copyright geschützt.

Titelbild: Alexander Raths / Shutterstock

Letzte Aktualisierung: 4. Februar 2020