Wie kann man das Darmkrebsrisiko senken?

Es gibt unvermeidbare Risikofaktoren und andere Faktoren, die man beeinflussen kann wie den Lebensstil.

Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums der Helmholtz-Gesellschaft hat herausgefunden, dass mindestens bei 1 von 10 Teilnehmern zwischen 40 und 54 Jahren ein direkter Verwandter bereits an Krebs erkrankte. Dadurch steigt das Erkrankungsrisiko für die Familienangehörigen um das 2-4 fache. In diesen Fällen wird eine Darmkrebsvorsorge bereits ab dem 40. Lebensjahr empfohlen, aber nicht einmal die Hälfte aller Studienteilnehmer nahmen diese in Anspruch. Durch eine frühzeitige, intensivierte Vorsorge könnte man dem erhörten Risiko an Darmkrebs entgegenwirken. (Zeitschrift „Einblick“ 01/2020)

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Diese Risiken können Sie senken

Rauchen Sie nicht.

Der Genuss von Tabak ist nachweislich ein Hauptauslöser vieler Krebserkrankungen.

Trinken Sie nur wenig Alkohol.

Nehmen Sie ausreichende Flüssigkeiten zu sich, aber schränken Sie die alkoholischen Getränke ein. Das Krebsrisiko steigt mit erhöhten Alkoholkonsum deutlich an.

Vermeiden Sie Übergewicht.

Essen Sie gesund und abwechslungsreich. Nehmen Sie ausreichend Ballaststoffe zu sich. Essen Sie Getreideprodukte, Hülsenfrüchte frisches Gemüse und Obst. Schränken Sie das Verzehren von rotem Fleisch, verarbeiteten Fleischprodukte wie Wurst und industriell hergestellten Lebensmitteln ein.

Ernähren Sie sich abwechslungsreich und gesund.

Achten Sie auf Ihre Ernährung. Essen Sie gesund und abwechslungsreich. Nehmen Sie ausreichend Ballaststoffe zu sich. Essen Sie Getreideprodukte, Hülsenfrüchte und viel Gemüse. Essen Sie wenig rotes Fleisch und verarbeitete Fleischprodukte wie Wurst.

Bewegen Sie sich regelmäßig.

Bewegen Sie sich täglich an der frischen Luft. Versuchen Sie, so wenig wie möglich lange zu sitzen. Fahren Sie regelmäßig Rad, gehen sie spazieren oder üben Sie eine Sportart aus.

Nehmen Sie Vorsorgeprogrammen teil.

Nutzen Sie die staatlichen Krebsfrüh­erkennungs­unter­suchungen ab dem Alter von 50 Jahren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bei einer familiären Veranlagung und/oder chronischen Darmerkrankungen.

Wichtig

Alle empfohlenen präventiven Maßnahmen ersetzen nicht die Teilnahme am Darmkrebs-Screening!

Diese Risiken können Sie nicht vermeiden

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Patienten, die an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden, haben ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Je länger dabei die chronische Erkrankung andauert, desto höher ist das Darmkrebsrisiko.

Diabetes

Diabetes mellitus

Laut einer schwedischen Studie haben Patienten, die an Diabetes mellitus Typ 2 leiden, ein um das doppelte erhöhte Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Das betrifft vor allem Patienten, bei denen die Diabetes vor dem 50. Lebensjahr auftritt.

Familiengeschichte

Bei einer familiären Vorbelastung sollten Sie sich unbedingt regelmäßig checken lassen. Wenn die Mutter, Tante oder Oma schon an Krebs hatten, ist das Risiko höher, selbst daran zu erkranken.

Alter

Je älter man wird, desto höher ist das Erkrankungsrisiko für Krebs. Vorsorgeuntersuchungen und Screenings helfen, mögliche Tumore schon im Frühstadium zu erkennen.

Familiärer Darmkrebs

Die meisten Darmkrebserkrankungen haben keine erbliche Ursache im engen Sinne. Man spricht daher von einem sporadisch auftretenden Darmkrebs.Nur bei 5 % aller Darmkrebserkrankungen liegt eine vererbbare Genveränderung vor. Zwischen diesen beiden Extremen sporadischer Tumoren und erblicher Krebs, gibt es noch eine dritte Gruppe: familiärer Darmkrebs.

Bei circa ein Drittel der Patienten mit Darmkrebs besteht eine familiäre Vorbelastung. Ein familiäres Risiko liegt vor, wenn Verwandte 1. Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) betroffen sind.  Die Höhe des Risikos hängt von Alter und Anzahl der betroffenen direkte Verwandten ab, und kann sich gegenüber der Normalbevölkerung um das drei- bis vierfache erhöhen.

Liegt eine familiäre Häufung von Darmkrebs vor, dann wird die Vorsorge-Koloskopie früher empfohlen! Die Darmkrebsvorsorge sollte dann bereits in einem Alter vorgenommen werden, das 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des betroffenen erstgradigen Verwandten liegt (ist der Vater z. B. mit 55 Jahren an Darmkrebs erkrankt, sollten sich die Kinder im Alter von 45 Jahren einer Vorsorge-Koloskopie unterziehen).

Erblicher Darmkrebs

Etwa 2 bis 3 % aller Darmkrebserkrankungen gehören zur Gruppe der "hereditären kolorektalen Karzinome ohne Polyposis" (Lynch-Syndrom, HNPCC). Die für HNPCC verantwortlichen Genveränderungen (Mutationen) werden mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an Kinder weitergegeben, unabhängig von deren Geschlecht.

Bei Personen, die eine solche Mutation geerbt haben (sogenannte „Anlageträger“), besteht ein stark erhöhtes lebenslanges Risiko für Darmkrebs, bei Frauen zusätzlich für ein Endometrium-Karzinom (Krebs der Gebärmutterschleimhaut).

Um Darmkrebs und andere bei HNPCC häufiger auftretende Tumorarten rechtzeitig erkennen und behandeln zu können, wurde ein spezielles Vorsorgeprogramm entwickelt, nach dem Risikopersonen aus Familien mit HNPCC regelmäßig untersucht werden sollten.

Für wen kommt eine genetische Beratung in Frage?

Darmkrebs und manche Krebserkrankungen treten in bestimmten Familien besonders häufig und/oder in ungewöhnlich jungem Alter auf (< 50 Jahre) auf. Inzwischen wurden vier Gene (MSH2, MLH1, MSH6, PMS2) entdeckt, die von Generation zu Generation weitergegeben werden können und die ein besonderes hohes Risiko bedeuten, an Darmkrebs zu erkranken. Diese Familien haben die Möglichkeit, untersuchen zu lassen, ob sie davon betroffen sind.

Die genetische Beratung ist ein Gespräch zwischen Ratsuchenden und der beratenden Fachärztin für Humangenetik. Die Ärztin ermittelt durch gezieltes Nachfragen, ob überhaupt eine spezielle Risikosituation besteht.
Das Beratungsangebot richtet sich sowohl an Personen, die bereits an Darmkrebs erkrankt sind, als auch an gesunde Angehörige.

Die Teilnahme an einer genetischen Beratung ist mit keiner weiteren Verpflichtung verbunden und steht auch dann offen, ob Sie im Fall eines Verdachtes auf erblichen Darmkrebs eine genetische Untersuchung durchführen lassen möchten. Genetische Beratung ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Untersuchungen zur Früherkennung und Vorsorge

Der G-BA hat die Neuregelung der Darmkrebsvorsorge beschlossen. Zentrale Aspekte des neu organisierten Programms sind: das strukturierte Einladungsverfahren, durch das mehr Menschen als bisher erreicht werden sollen; Die Senkung des Alters für die Inanspruchnahme der Vorsorgekoloskopie bei Männern auf 50 Jahre.

Darmspiegelung – ab wann und wie oft?

Die Darmspiegelung zur Früherkennung für Darmkrebs ist eine Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenkassen:

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  • Männer bekommen die Untersuchung schon ab dem 50. Lebensjahr erstattet. Der Grund ist, dass sie oft schon früher als Frauen an Darmkrebs erkranken.

  • Eine Frau sollte die Darmspieglung ab dem 55. Lebensjahr wahrnehmen.

  • Bei Personen mit familiärem oder erblichem Darmkrebs beginnen die Maßnahmen zur Darmkrebsfrüherkennung allerdings schon in jüngeren Jahren.

  • Für Menschen mit 75 Jahren und älter ist meist keine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs empfohlen.

  • Männer und Frauen haben einen Anspruch auf zwei Darmspiegelungen zur Früherkennung im Mindestabstand von zehn Jahren.

  • Es hängt allerdings auch von den Ergebnissen der Untersuchung ab, wie oft eine Darmspiegelung zur Vorsorge anschließend nötig ist.

  • Bei Patienten mit Darmpolypen oder mit Darmkrebs sind häufigere Kontrollintervalle bei der Darmspiegelung nötig, um Rückfälle rechtzeitig zu erkennen.

Mutmacher

Es gibt keine wissenschaftlichen Hinweise auf eine “Krebspersönlichkeit”. Ein direkter und ausschließlich biologischer Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Krebs ist nicht belegt. Niemand ist “schuld” daran, an Krebs zu erkranken.

Was ist eine Koloskopie?

Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist eine Untersuchung des Darms mit einem etwa fingerdicken flexiblen Schlauch. Er besitzt sowohl eine Spül- als auch eine Absaugvorrichtung. Weiterhin hat er eine Lichtquelle, eine Kamera und einen Arbeitskanal, durch den der Untersucher verschiedene Instrumente einführen kann, beispielsweise zur Entfernung von Polypen. Die im Darm aufgenommenen Bilder werden an einen externen Bildschirm übertragen, von wo aus der Arzt sowohl die Bewegung des Schlauches steuert als auch die optische Untersuchung vornimmt.

Wie bereite ich mich auf eine Koloskopie vor?

Tipps und Hinweise für Patienten im Vorfeld der Untersuchung.